Pressemitteilung 15.6.02.
Bündnis 90
Die Grünen
Mathias Bölckow
Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte
Harburger Chaussee 73 F20539 Hamburg
Tel.: 752 60 44mathias.boelckow@gmx.net

Elberadweg stoppt und floppt in Hamburg

Mitten durch Hamburg und trotzdem völlig an Hamburg vorbei führt der Elberadweg von Tschechien bis zur Nordsee.
Heute (Sa 15.06.) weiht Umweltsenator Rehaag zusammen mit Niedersachsens Ministerpräsident Gabriel und der Schleswig-Holsteinischen Tourismusministerin Franzen in Stade den Elberadweg ein. Wer gestern (Fr. 14.06) der kleinen Gruppe von gut 10 Radlern folgen wollte, versteht, dass Rehaag den Elberadweg lieber im entfernten Stade einweiht. Kaum 800m sind es vom Turm der Umweltbehörde bis an den Elberadweg, dessen schöner und beschilderter Teil von Tschechien bis zum Elbpark Entenwerder nach Rothenburgsort reicht.
Hinter Rothenburgsort - vom Arbeitszimmer des Senators gut sichtbar - liegt die Kreuzung Billhorner Röhrendamm mit der B4/75, die sich von den Elbbrücken kommend in Amsinckstraße und Heidenkamps- weg aufteilt. Mit 100.000 Autos pro Tag ist die Billhorner Brückenstraße nicht nur die befahrenste Straße Hamburgs, sondern gilt in der Radlerszene als das härteste Pflaster gleich hinter dem Horner Kreisel. "Die Radwege sind in einem katastrophalen Zustand, die Beschilderung ist widersprüchlich und wer nicht alle seine Sinne beieinander hat, wird von abbiegenden LKW zermalmt," fasst Mathias Bölckow, der dort regelmäßig vorbeiradelt, die Situation zusammen. Auch die Amsinckstraße ist nur etwas für sehr erfahrene Radfahrer. "Es ist unverantwortlich Familien mit Kindern, die gerne solche touristischen Radwege nutzen, dort entlang fahren zu lassen. Vorher müssten die Radwege zumindest entsprechend der seit den 80er Jahren geltenden Richtlinien hergerichtet werden." Am schönsten wäre natürlich gewesen, wenn die Fläche hinter der neuen Hochwasserschutzwand am Oberhafen nicht dem Großmarkt überlassen worden wäre, sondern als Geh- und Radweg über die alte Stadtdeichpromenade direkt zu den Deichtorhallen führen würde.
Doch statt sich der schlechten Verbindung anzunehmen und zumindest hier die Veloroutenplanung des alten Senates weiter zu betreiben, verschwindet der Umweltsenator lieber nach Stade und empfiehlt das Tourismusbüro Hamburg für den Elberadweg die Webseiten der Kreise Pinneberg und Stade. Die positive Wirkung, die der Donau- und Bodenseeradweg - um die bekanntesten zu nennen - auf die Übernachtungszahlen haben, scheint gänzlich unbekannt.

Hier noch ein paar Bilder:


1.
    Die Wilhelmsburger fordern einen Geh- und Radweg an der Autobahnbrücke über die Norderelbe.
Hier die Moorwerder bzw. Georgswerder Seite.

2.   
Die Rothenburgsorter fordern einen Geh- und Radweg an der Autobahnbrücke über die Norderelbe. Hier die Kaltehofer Seite. Gruppe links: v.l. ich (Mathias Bölckow, Kl. Grasbrook), Ingo Böttcher (Rothenburgsort, Hamburgs Wilder Osten), Name leider unbekannt (Billesiedler, Moorfleet, fürchtet dass der Moorfleeter Hauptdeich Durchgangsstraße wird).
   
3.    Die Beschilderung nach Entenwerder ist leider etwas ungenau. Links: Elbpark Entenwerder. Mitte: Haken, Rechts: Neue Hochwasserschutzwand. Hintergrund: Billhorner Brückenstraße über den Oberhafen, Hotelturm.

4.
    Amsinckstraße: Drei Herren auf dem Weg von Cuxhafen elbaufwärts beschweren sich, dass in Hamburg keine Wegweiser hängen. "Zum Glück können wir gut Karte lesen".

5
.    Kleeblatt Billhorner Röhrendamm: Nach der 270° Kehre fehlt etwas die Orientierung.

6.  
Kleeblatt Billhorner Röhrendamm: Dann eben direkt.

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