Elberadweg stoppt und floppt in Hamburg
Mitten durch Hamburg und trotzdem völlig an Hamburg vorbei führt der Elberadweg von
Tschechien bis zur Nordsee.
Heute (Sa 15.06.) weiht Umweltsenator Rehaag zusammen mit Niedersachsens
Ministerpräsident Gabriel und der Schleswig-Holsteinischen Tourismusministerin Franzen in
Stade den Elberadweg ein. Wer gestern (Fr. 14.06) der kleinen Gruppe von gut 10 Radlern
folgen wollte, versteht, dass Rehaag den Elberadweg lieber im entfernten Stade einweiht.
Kaum 800m sind es vom Turm der Umweltbehörde bis an den Elberadweg, dessen schöner und
beschilderter Teil von Tschechien bis zum Elbpark Entenwerder nach Rothenburgsort reicht.
Hinter Rothenburgsort - vom Arbeitszimmer des Senators gut sichtbar - liegt die Kreuzung
Billhorner Röhrendamm mit der B4/75, die sich von den Elbbrücken kommend in
Amsinckstraße und Heidenkamps- weg aufteilt. Mit 100.000 Autos pro Tag ist die Billhorner
Brückenstraße nicht nur die befahrenste Straße Hamburgs, sondern gilt in der
Radlerszene als das härteste Pflaster gleich hinter dem Horner Kreisel. "Die Radwege
sind in einem katastrophalen Zustand, die Beschilderung ist widersprüchlich und wer nicht
alle seine Sinne beieinander hat, wird von abbiegenden LKW zermalmt," fasst Mathias
Bölckow, der dort regelmäßig vorbeiradelt, die Situation zusammen. Auch die
Amsinckstraße ist nur etwas für sehr erfahrene Radfahrer. "Es ist unverantwortlich
Familien mit Kindern, die gerne solche touristischen Radwege nutzen, dort entlang fahren
zu lassen. Vorher müssten die Radwege zumindest entsprechend der seit den 80er Jahren
geltenden Richtlinien hergerichtet werden." Am schönsten wäre natürlich gewesen,
wenn die Fläche hinter der neuen Hochwasserschutzwand am Oberhafen nicht dem Großmarkt
überlassen worden wäre, sondern als Geh- und Radweg über die alte Stadtdeichpromenade
direkt zu den Deichtorhallen führen würde.
Doch statt sich der schlechten Verbindung anzunehmen und zumindest hier die
Veloroutenplanung des alten Senates weiter zu betreiben, verschwindet der Umweltsenator
lieber nach Stade und empfiehlt das Tourismusbüro Hamburg für den Elberadweg die
Webseiten der Kreise Pinneberg und Stade. Die positive Wirkung, die der Donau- und
Bodenseeradweg - um die bekanntesten zu nennen - auf die Übernachtungszahlen haben,
scheint gänzlich unbekannt. |

2. Die Rothenburgsorter fordern einen Geh- und Radweg an
der Autobahnbrücke über die Norderelbe. Hier die Kaltehofer Seite. Gruppe links: v.l.
ich (Mathias Bölckow, Kl. Grasbrook), Ingo Böttcher (Rothenburgsort, Hamburgs Wilder
Osten), Name leider unbekannt (Billesiedler, Moorfleet, fürchtet dass der Moorfleeter
Hauptdeich Durchgangsstraße wird). |