ROTHENBURGSORT (jj).
Für eine zusätzliche Querung der Norderelbe für Fußgänger und Radfahrer hat sich der
Ortsausschuß Veddel/Rothenburgsort ausgesprochen. Einstimmig unterstützte das Gremium
einen Antrag der GAL-Fraktion, in dem es heißt: "Eine gute Erreichbarkeit für
FußgängerInnen und RadfahrerInnen von Rothenburgsort und den Vier- und Marschlanden nach
Wilhelmsburg muß zügig geschaffen werden."Damit greift die Lokalpolitik einen
Vorschlag auf, den der Verein "Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg" schon im Juni
dieses Jahres vorgestellt hatte, ein Ergebnis der Zukunftskonferenz auf der Elbinsel. Mit
einem Fuß- und Radweg, der an der Autobahnbrücke der A1 montiert werden könnte,
würde die Norderelbe auch für nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer passierbar. Damit
entstünde eine direkte Verbindung zwischen zwei immer populärer werdenden
Naherholungsgebieten, nämlich Kaltehofe hüben und Moorburg drüben. "Durch eine
Überwindung der Norderelbe liessen sich die Qualitäten für Natur, Naherholung und
Freizeitnutzung potenzieren", erklärte Manuel Humburg von "Zukunft Elbinsel
Wilhelmsburg" den Reiz der Idee. Damit würde der Isolation der Elbinsel
entgegengewirkt, und Radwanderer und Skater, die nördlich der Elbe starten, hätten ganz
neue Möglichkeiten für ihre Touren. Die Rothenburgsorter Stadtteil-Initiative
"Hamburgs Wilder Osten" kommentierte die Idee schon im Sommer begeistert:
"Der neue Senat sollte dankbar sein, daß ihm ein so überzeugendes und auch
preiswertes Konzept auf dem Präsentierteller serviert wird. Zumal es ihm bisher an
Interesse für die benachteiligten Stadtteile des Hamburger Südens und Ostens und an
Engagement für die Umwelt mangelt." Nachdem die Idee vom Brückenschlag im Sommer
auf keine Resonanz bei den Behörden stieß, ist der Beschluß des Ortsausschusses, der
ähnlich auch in Wilhelmsburg und in den Vierlanden gefaßt wurde, nun ein zweiter
Versuch, sie politisch auf den Weg zu bringen. Zumindest ist jetzt von Bau- und
Umweltbehörde eine Reaktion zu verlangen. Daß der Brückenschlag dort sogleich in die
Tat umgesetzt werden wird, ist zwar nicht zu erwarten. Dem Charme der Idee wird sich aber
auch die Verwaltung nur schwer entziehen können. Auch wenn die Prioritäten des Senats
kaum bei nicht-motorisierter Naherholung liegen: Der Brückenschlag sollte seine Chance
bekommen, eine gründliche offizielle Prüfung seiner Realisierbarkeit wäre ein Anfang.
Horner Wochenblatt, Nr. 43 24.10.2002 |