24.10.02. Horner Wochenblatt

Brückenschlag über die Norderelbe

ROTHENBURGSORT (jj).
Für eine zusätzliche Querung der Norderelbe für Fußgänger und Radfahrer hat sich der Ortsausschuß Veddel/Rothenburgsort ausgesprochen. Einstimmig unterstützte das Gremium einen Antrag der GAL-Fraktion, in dem es heißt: "Eine gute Erreichbarkeit für FußgängerInnen und RadfahrerInnen von Rothenburgsort und den Vier- und Marschlanden nach Wilhelmsburg muß zügig geschaffen werden."Damit greift die Lokalpolitik einen Vorschlag auf, den der Verein "Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg" schon im Juni dieses Jahres vorgestellt hatte, ein Ergebnis der Zukunftskonferenz auf der Elbinsel. Mit einem  Fuß- und Radweg, der an der Autobahnbrücke der A1 montiert werden könnte, würde die Norderelbe auch für nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer passierbar. Damit entstünde eine direkte Verbindung zwischen zwei immer populärer werdenden Naherholungsgebieten, nämlich Kaltehofe hüben und Moorburg drüben. "Durch eine Überwindung der Norderelbe liessen sich die Qualitäten für Natur, Naherholung und Freizeitnutzung potenzieren", erklärte Manuel Humburg von "Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg" den Reiz der Idee. Damit würde der Isolation der Elbinsel entgegengewirkt, und Radwanderer und Skater, die nördlich der Elbe starten, hätten ganz neue Möglichkeiten für ihre Touren. Die Rothenburgsorter Stadtteil-Initiative "Hamburgs Wilder Osten" kommentierte die Idee schon im Sommer begeistert: "Der neue Senat sollte dankbar sein, daß ihm ein so überzeugendes und auch preiswertes Konzept auf dem Präsentierteller serviert wird. Zumal es ihm bisher an Interesse für die benachteiligten Stadtteile des Hamburger Südens und Ostens und an Engagement für die Umwelt mangelt." Nachdem die Idee vom Brückenschlag im Sommer auf keine Resonanz bei den Behörden stieß, ist der Beschluß des Ortsausschusses, der ähnlich auch in Wilhelmsburg und in den Vierlanden gefaßt wurde, nun ein zweiter Versuch, sie politisch auf den Weg zu bringen. Zumindest ist jetzt von Bau- und Umweltbehörde eine Reaktion zu verlangen. Daß der Brückenschlag dort sogleich in die Tat umgesetzt werden wird, ist zwar nicht zu erwarten. Dem Charme der Idee wird sich aber auch die Verwaltung nur schwer entziehen können. Auch wenn die Prioritäten des Senats kaum bei nicht-motorisierter Naherholung liegen: Der Brückenschlag sollte seine Chance bekommen, eine gründliche offizielle Prüfung seiner Realisierbarkeit wäre ein Anfang.
Horner Wochenblatt, Nr. 43 24.10.2002

<<