Wenn Mathias Lintl aus Wilhelmsburg mit dem Fahrrad zum Gottesdienst nach
Ochsenwerder möchte, muss er 16 Kilometer weit radeln. Dabei liegt die Kirche gleich
gegenüber - am anderen Elbufer. Doch die vorhandene Autobahn- brücke ist für
Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Das wollen die Wilhelmsburger jetzt ändern. Ihr
Vorschlag: unter der Brücke soll ein zwei Meter breiter und 2,20 Meter hoher Radweg
montiert werden.
"Immerhin gehören die beiden Stadtteile Moorwerder und Ochsenwerder zu einer
Kirchengemeinde", sagt Mathias Lintl vom Verein "Zukunft Elbinsel
Wilhelmsburg". "Doch seit dem Einstellen der Fährverbindung im Jahre 1962 sind
gegen- seitige Besuche nur mit langen Umwegen über die Autobalmbrücke der A 1 oder die
Elbbrücken möglich." Durch eine Radverbindung über die Norderelbe könne
Wilhelmsburg außerdem an das Radwegenetz nördlich der Elbe angebunden
werden. "Wir rechnen mit Baukosten von weniger als einer Million Euro", sagt
Mathias Lintl. "Der Weg könnte als Stahlkonstruktion an den südfichen Brückenrand
installiert werden, ohne in die vorhandene Baustruktur einzugreifen." Jetzt will der
Verein Fordergelder aus Berlin beantragen. Erst im April hatte der Bundesminister für
Verkehr, Bau und Wohnungswesen, Kurt Bodewig, Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs
beschlossen. Demnach will der Bund den Radverkehrin Deutschland in diesem Jahr mit rund
100 Miffionen Euro fördern. Staatssekretärin Angelika Mertens hat ihren Besuch an der
Autobahnbrücke bereits angekündigt. (hk) |