Am anderen Ufer: Die grüne Wasserkunstinsel Kaltehofe |
Zum Pegelstand des Vereins Zukunft der Elbinsel
Wilhelmsburg e.V. am 10.2.05 im Bürgerhaus Wilhelmsburg |
Nur 250 m Elbe trennen Obergeorgswerder von Kaltehofe und der Billwerder Insel. Von manchen WilhelmsburgerInnen schon entdeckt: Die grünen Elbinseln am Ost-Ufer der Norderelbe mit den historischen Anlagen zur Trinkwasserversorgung von 1893: das Filterwerk Kaltehofe und das Schöpf-und Vorklärwerk auf der Billwerder Insel. Von der Autobahnbrücke der A1 Richtung Moorfleet lässt sich ein Blick auf die Schildkröten, die kuppelförmigen Brunnenhäuser auf der Billwerder Insel, erhaschen. |
![]() Schildkröten: Abfluss-Brunnenhaus auf der dem Vorklärwerk Billwerder Insel, Foto Ronald Hirte |
Beide Gelände der Hamburger Wasserwerke (HWW) funktionierten zusammen mit dem dritten Wasserwerksteil der Hamburger Stadtwasserkunst, dem Pumpwerk auf dem Rothenburgsorter Festland. Dort steht heute noch der Rothenburgsorter Wasserturm vom 1848, immerhin 63 Jahre älter als der Wilhelmsburger Wasserturm. |
Bis
jetzt sind Kaltehofe und die Billwerder Insel an der Radverbindung zu IKEA, zum
Eichbaumsee oder Doveelbpark für Wilhelmsburger FußgängerInnen und Radfahrende nur
umwegig über die Neuen Elbbrücken zu erreichen. Der jahrelange Wunsch aus Wilhelmsburg
eine Brücke für unmotorisierten Verkehr an die Autobahnbrücke A1 anzubauen, wird im
Konzeptes Wasserkunstinsel Kaltehofe noch einmal bestärkt. Das es sich lohnt
rüberzukommen, schilderte die Stadtplanerin Hanne Hollstegge anhand von
vielen historischen und aktuellen Fotos, die im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeit
entstanden sind. |
Zurück in die Gegenwart : Um neue Nutzungen von Kaltehofe geht`s im aktuell laufenden Agenda 21-Prozess für das stillgelegte Filtergelände. Das Beteiligungsverfahren soll Ende 2005 mit einem, im Konsens verabschiedeten, Nutzungkonzept abgeschlossen werden. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) leitet und organisiert den Prozess im Auftrag der Bezirksversammlung Mitte, unter der Überschrift Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit. Fast zeitgleich mit diesem einstimmigen Agenda-21-Beschluss wurde 2003 der weitergehende Antrag der GAL, ein Naturschutzgebiet Elbauenlandschaft, einschließlich Kaltehofe einzurichten, abgelehnt. Zur Zeit werden Freizeit-, Kultur-, und naturbezogenen Vorschläge und Konzepte öffentlich oder in der Lenkungsgruppe vorgestellt und diskutiert. |
Der Agenda-21-Prozess fiel nicht aus heiterem Himmel. Zwischen 1992 und 2003/04 versuchte die Besitzerin die stadteigenen HWW vergeblich die Immobilie Kaltehofe gewinnbringend an die Frau oder den Mann zu bringen. Skizziert wurde eine Vision einer Bebauung mit höherpreisigen Büros und Wohnungen. Das Hamburger Klein Venedig wurde in der Bild 1992 exklusiv veröffentlicht. (Mit welchem Immobilien-Wert Kaltehofe in den HWW-Büchern veranschlagt ist, ist nicht bekannt(?).)Dann nahmen die Behörden Kaltehofe vor zwei, drei Jahren aus der Tranche der Wachsenden Stadt heraus. Die Rahmenbedingungen auf Kaltehofe machens nachvollziehbar. Für WilhelmsburgerInnen nichts Ungewöhnliches: ein romantisch wirkendes naturnahes durch Wasser geprägtes Gelände am 8 m hohem grünen Deich mit problematischer Luft-und Bodenverschmutzung. Rund 100 Jahre Nachbarschaft zu Norddeutschen Affinierie und zum Heizkraftwerk Tiefstack gingen und gehen nicht spurlos vorüber. Das Institut für Hygiene und Umwelt empfiehlt auch heute noch keinen dauerhaften Aufenthalt in Form von Wohnen und Arbeiten und die sicherlich sehr hohen Schadstoffkonzentrationen im Boden würden Aushub zur kostspieligen Angelegenheit machen. |
Weiter
ist das Filtergelände ein tiefliegendes Gebiet um +3m NN, das nur mit hohem,
kostspieligem Gründungs-Aufwand bebaut werden könnte . Zudem gibts
Erschließungsprobleme. Die einzige durchgehende Straße über die 60 ha große Insel, ist
eine autofreie Deichverteidigungsstraße, die ein Teil des internationalen Elberadweges
e Richtung Prag ist. Er führt über die Sperrwerksbrücke Billwerder Bucht,
die ebenfalls für regulären KFZ-Verkehr nicht ausgelegt ist. |
![]() Eins der ehemals 22 Langsamsandfilterbecken auf Kaltehofe, Foto: Hanne Hollstegge 2004 |
Im
letzten Teil des Pegelstands-Vortrags wurden drei Beispiele von Nachhaltigkeits-Zielen
vorgestellt . Ziele, die sich auf das beziehen, was den Ort Kaltehofe so angenehm
und besonders macht. Die Ziele und davon abgeleitete Maßnahmen können für eine
Bewertung von Nutzungsvorschlägen herangezogen werden. |
Kontakt:
Hanne Hollstegge 040 43 92 912, hanne_hollstegge@web.de
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