29.05.05.

Abendblatt

CDU will Wohnquartier in der Speicherstadt einrichten
Der häßliche alte Zollzaun soll abgerissen werden.
Henning Finck meint: "Es ist höchste Zeit, daß dieser Schandfleck entfernt wird."
Die Speicherstadt, bisher vor allem als Handelsort für Gewürze und Teppiche und als Museumsmeile bekannt, soll zum Wohnquartier werden. "Wir wollen dadurch ein echtes Bindeglied zwischen Altstadt und HafenCity schaffen", sagt der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete und Initiator Henning Finck, dessen Fraktion im September einen entsprechenden Antrag in die Bürgerschaft einbringt. In dem Papier, das dem Abendblatt vorliegt, wird der Senat dazu aufgefordert, die in Frage kommenden Speicher "mit einer Nutzungsänderung für die Schaffung von Wohnraum anzubieten". Finck gegenüber dem Abendblatt: "Wenn alles klappt wie geplant, dann beginnen bereits im nächsten Sommer die Planungen. Ich halte es für möglich, daß bereits 2008 die ersten Mieter einziehen. Viele Hamburger werden diese Traumlage, diese historischen Bauten im Herzen der Stadt als neuen Lebensmittelpunkt zu schätzen wissen." Um die Attraktivität der Speicherstadt zusätzlich zu steigern, soll das Gebiet durch Ansiedlung neuer Geschäfte, Galerien und Restaurants belebt werden.

Doch bis dahin müssen noch einige Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt werden. Denn in der Speicherstadt gibt es nach Angaben von Ina Klotzhuber, Sprecherin der HHLA (Hamburger Hafen- und Lagerhaus GmbH) keinerlei Leerstände: "Grundsätzlich sind hier Wohnungen zwar denkbar, aber die Lagerräume werden zu 100 Prozent von gewerblichen Mietern genutzt." Finck betont: "Wir wollen niemanden vertreiben." Aber er sehe ohnehin eine Abnahme des Handels mit Teppichen und Gewürzen. Viele Unternehmen verlagerten ihren Sitz inzwischen auf den Kleinen Grasbrook, meint Finck.

Ein weiteres Problem: die strengen Hochwasserschutz-Vorschriften, die in der Vergangenheit jeden Plan zur Schaffung von Wohnraum in der Speicherstadt zum Scheitern brachten. Die CDU will deshalb prüfen lassen, ob zusätzliche Fluchtwege in angrenzende Quartiere analog zur Kibbelstegbrücke realisiert werden können.

Dabei soll auch der nördlich an die Speicherstadt grenzende, häßliche alte Zollzaun abgerissen werden. Henning Finck meint: "Es ist höchste Zeit, daß dieser Schandfleck entfernt wird."